Es hat wieder nicht sollen sein: Auch im Rückspiel gegen die HSG Mimmenhausen/Mühlhofen, mit nur vier Minuspunkten derzeit auf dem zweiten Tabellenplatz der Landesliga Süd, verspielen die Damen 1 eine offenbar zu sicher geglaubte Sechs-Tore-Führung und unterliegen der Mannschaft vom Bodensee letztlich mit 30:28.
Ohne Headcoach Dirk Lebrecht und Rückraum Mitte Lena Rimpf (beide verhindert), dafür aber mit niemand Geringerem als dem letztjährigen Meisterschaftstrainer Stefan Knupfer als Interimscoach trat die Mannschaft am Samstag, den 15.03., die Auswärtsfahrt nach Salem am Bodensee an. Mit dem Sieg gegen die Tabellenführerinnen der SG Altdorf/Ettenheim im Rücken und dem Willen, sich für die denkbar knappe 24:35-Hinspielniederlage zu revanchieren, war der TSV mehr als bereit, auch die letzte vermeintlich schwere Hürde, war es doch schon in den letzten drei Spielen nur gegen die Topmannschaften der Liga gegangen, anzunehmen.
Tatsächlich erwischte der TSV den besseren Start ins Spiel. Nach dem schnellen Treffer von HSG-Halbrechts Maya Sacotte zum 1:0 nach nur 22 gespielten Sekunden erarbeitete sich Zähringen bis zur 7. Minute beim 1:4 durch eine erneut gut aufgelegte Anna Hofmann einen verdienten Drei-Tore-Vorsprung. Gehalten werden konnte dieser jedoch nicht. In der Defensive fehlte das ein ums andere Mal die letzte Konsequenz, zu oft ließ der TSV insbesondere die rechte Seite der HSG trotz vermeintlich engagiertem Verteidigen letztlich noch zum Wurf kommen. In der Offensive zeigte sich, dass die HSG offenbar gut eingestellt war: Rückraumschützin Luisa Heilemann wurde bald durch eine Manndeckung weitestgehend aus dem Spiel genommen, was es Zähringen natürlich erschwerte, die gewohnten Angriffsabläufe aufzuziehen. Abgesehen davon schlichen sich im Vergleich zur Vorwoche gegen Altdorf wieder deutlich mehr technische Fehler und Ballverluste ins Zähringer Spiel. Dadurch, dass Mimmenhausen jedoch von Anfang an, auch durch wichtige Paraden seitens des TSV, immer wieder Chancen liegenließ, entwickelte sich bis zur 20. Minute trotzdem ein ausgeglichenes Spiel, bevor Zähringen sich durch Sofia Lösch (10:13, 29. Minute) erneut auf drei Tore absetzen konnte. Sinnbildlich für die Nachlässigkeiten der ersten Halbzeit dann war der Treffer der HSG kurz vor Schluss: Quasi mit dem Schlusspfiff kam Nele Sorg für die HSG am 6-Meter komplett frei zum Wurf – wieder war der Rückzug der Zähringerinnen nicht konsequent genug. Trotzdem ging der TSV mit einer knappen 11:13-Führung in die Pause.
Gewillt, die eigenen Fehler zu minimieren und sich für die Hinspielniederlage zu revanchieren, kam die Alemannia aus der Halbzeit. Und siehe da: Die ersten zehn Minuten der zweiten Hälfte gehörten voll und ganz den Gästen. Svenja Friedlin, Lisa Arnold und drei Mal Luisa Heilemann, mit insgesamt 6 Treffern auch an diesem Abend wieder enorm wichtig, bescherten ihrem Team bis zur 37. Minute beim 13:18 einen Sechs-Tore-Vorsprung. Ähnlich wie schon im Hinspiel in der Jahnhalle schien es ganz so, als hätte Zähringen die Gegnerinnen endgültig geknackt. Mit Tempospiel und konsequenter Abwehrarbeit hatte sich die Alemannia den Vorsprung sukzessive erarbeitet, und auch HSG-Toptorschützin Lisa Heuken hatten die Gäste weitestgehend im Griff. Umso fragwürdiger scheint deshalb, dass die HSG bis zur 50. Minute beim 23:23 wieder ausgleichen konnte. Schlimmer noch, bis zum 30:24 in der 57. Minute überrannte die HSG die Alemannia und drehte das Spiel innerhalb weniger Minuten. Die Zähringer Defensive brach förmlich in sich zusammen. Vorne wurden immer wieder Abschlüsse aus Positionen gesucht, die keine Torchancen darstellten. Die Konsequenz: Zähringen ließ die Torhüterin der HSG auch noch zum Faktor werden. Auch die vier Zähringer Treffer in Folge innerhalb der letzten drei Minuten waren nur noch Ergebniskosmetik und konnten die 30:28-Niederlage nicht mehr abwenden. Die Tabellensituation ließe vielleicht darauf schließen, es sei keine Schande, bei den Zweitplatzierten am Bodensee zu verlieren. Angesichts des Spielverlaufs, und insbesondere, wenn man den sehr ähnlichen Verlauf des Hinspiels bedenkt, bedeutet die zweite Niederlage gegen Mimmenhausen für die Zähringerinnen allerdings definitiv auch dieses Mal wieder verlorene Punkte.